Interkulturelle Bielefeldt-Gärten

 

Idee und Ziele

Das Projekt "Interkulturelle Bielefeldt-Gärten" hat das Ziel, im solidarischen und interkulturellem Miteinander ökologische Gartenbewirtschaftung und Gartennutzung zu betreiben. Daneben sollen Begegnungsmöglichkeiten für alle auch zu gemeinschaftlicher Selbstversorgung beitragen. Wir bieten interessierten Menschen während der Saison, wöchentlich offene Gartenzeiten zum gemeinschaftlichen Gärtnern sowie Seminare, Workshops, Ferienaktionen und Nachbarschaftsfeste an. Auf bis zu 15 Nachbarschaftsbeeten, die saisonal vergeben werden, erhalten Gartenfreund*innen die Möglichkeit, eigenen Anbau zu betreiben und miteinander Lernerfahrungen zu sammeln.

Gärtnern und Freizeitaktivitäten in Interkulturellen Gärten stellen den sozialen Kontakt zwischen Geflüchteten, Zugezogenen und Einheimischen untereinander her und fördern dadurch die Verständigung zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.

Die Interkulturellen Gärten bestehen aus einzelnen Parzellen, auf denen Gemüse und Kräuter (darunter in Deutschland weniger bekannte Arten und Sorten aus den Herkunftsländern) umweltfreundlich und für den Eigenbedarf angebaut werden. Es gibt außerdem gemeinschaftlich genutzte Flächen für Kinderspiel, Veranstaltungen und Treffen. Die Gärten sind oft auch Anknüpfungspunkt für darüber hinausgehende Aktivitäten und Lernangebote für berufliche Integration etwa durch Besichtigungen und Praktika bei Betrieben aus dem Bereich Gartenbau und Umwelt, Förderung Interkultureller Kompetenzen, der beruflichen Orientierung im gärtnerischen und Umweltbereich, sowie soziale Integration durch Nachbarschaftshilfe und Familienbetreuung, Begleitung bei Behördengängen, Aufsuchen und Kontakt zu Bildungseinrichtungen, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Interkulturellen Bielefeldt- Gärten ist ein Gemeinschaftsprojekt der Interkulturellen Begegnungsstätte e.V. -Haus der Kulturen, Sprungtuch e.V., Kleingärtnerverein Buntekuh e.V., Landesverband der Gartenfreunde Lübeck e.V.

Hier finden sie unsere aktuellen Flyer zum Download

 

Mehr Wissen und Geschichten über die Interkulturellen Bielefeldt Gärten

Was sind Interkulturelle Gärten?

Interkulturelle Gärten, auch Internationale Gärten genannt, sind Gartenprojekte, bei denen Konzepte des Interkulturellen Lernens, der Völkerverständigung, der Anerkennung und Teilhabe im Mittelpunkt stehen. Die Idee der Interkulturellen Gärten entwickelte sich Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts parallel in mehreren großen Städten der Welt, wie etwa Buenos Aires, New York City, Toronto sowie seit 2012 auch in Lübeck.

Mit der Gartensaison 2012 startet erstmalig ein Gemeinschaftsprojekt in Lübeck, das Menschen aller Kulturen und aller Altersstufen, insbesondere auch Menschen mit Migrationsgeschichte zum gemeinsamen Gärtnern einlädt. Der Kleingärtnerverein Buntekuh e.V. stellt fünf zusammenliegende Parzellen zur Verfügung.
Eine Teilnehmerzahlbegrenzung gibt es bei dem Projekt nicht. Bei Großveranstaltungen wie Festen können bis zu 200 Personen im Garten Platz finden. Bei Seminaren ist eine Gruppe von bis zu 30 Personen möglich. Die Gesamtfläche von aktuell ca. 2000m² wird mit ehrenamtlichem Engagement auf Spendenbasis gestaltet, um langfristig Räume für Bildungs-und Gruppenarbeit (Workshops, Seminare, etc.) sowie Erholung zu bieten.

Wie ihr uns findet

Die Bushaltestelle der Linien 11 und 21 heißt Rotenhauser Feld und befindet sich an der Ziegelstraße. Von dort bis in den Garten sind es 3 Minuten Fußweg: Die Straße Rotenhauser Feld bis zum Tor des Kleingartenvereins Buntekuh, rechts in den Heckenweg abbiegen, der dritte Eingang ist schon der von den Interkulturellen Gärten.

Die Geschichte des Namens Alwin BielefeIdt (1847-1942) erwarb sich in seinen Berufsjahren 1907-1924 als Direktor der Landesversicherungsanstalt der Hansestädte in Lübeck große Verdienste in der Gesundheitsvorsorge. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich für die Einrichtung von Kleingärten für die ärmeren Bevölkerungsgruppen. 1908 gelang es ihm mit Unterstützung des Vaterländischen Frauenvereins des Roten Kreuzes, die ersten Arbeitergärten an der Geniner Straße einzurichten. 1910 folgten Gärten am Steinrader Weg, dann auf Marli und in der Ratzeburger Allee und schließlich entstand 1928 die erste Dauerkleingartenanlage in Buntekuh, die heute noch existiert. Deutschlandweit war er zeitlebens in der Kleingartenbewegung aktiv und wurde Mitbegründer und erster Vorsitzender des Reichsverbandes der Kleingärtner. Sein wegweisendes Wirken wurde nach seinem Tod 1942 jedoch nicht gewürdigt, da er in Konflikt mit den nationalsozialistischen Machthabern geraten war. So konnte es kommen, dass dieser verdienstvolle Lübecker weitgehend in Vergessenheit geriet. Mit der Benennung der „Interkulturellen Bielefeldt- Gärten“ in Lübeck wird diesem Versäumnis Rechnung getragen und ihm ein lebendiges Andenken bewahrt.

Sie finden uns auch in

 

Zurück