Ueber uns




Beratungs-, Bildungs-, Kultur- und Vernetzungsarbeit · Veranstaltungen · Selbsthilfe · Informationen

Lübeck ist eine weltoffene Einwanderungsstadt und diese Vielfalt ist ein Zukunftskapital, von dem wir alle profitieren können, wenn die integrationspolitischen Weichen richtig gestellt werden. Kennen Sie jemanden, der ernsthaft bestreiten würde, dass Lübeck eine Einwanderungsstadt ist?

Natürlich gibt es noch immer Vorurteile gegenüber Fremden, wer, aus der jeweiligen Sicht, das auch immer sein mag. Doch es wächst die Einsicht, Einwanderung und Integration als Chance für die Mehrheitsgesellschaft zu begreifen. Das geht ganz einfach:

Gelingt die Integration, dann haben auch MigrantInnen die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten zu entfalten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt und festigt die Demokratie.

Die demographische Entwicklung in Deutschland wird günstig beeinflusst, und die EinwanderInnen tragen mit ihren Fähigkeiten und ihrer Arbeit zur Sicherung des Wohlstandes und der sozialen Systeme bei. Auf den Punkt gebracht: Vielfalt ist eine Herausforderung und ein entscheidendes Zukunftskapital der Gesellschaft.

Doch dazu muss die Realität der multikulturellen Gesellschaft endlich auch aktiv gestaltet werden. Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft müssen sich gegenseitig in die Verantwortung nehmen, in einem ständigen wechselseitigen Prozess des Gebens und des Nehmens. Mit dem Projekt "Haus der Kulturen" verbindet hat sich die IKB auf den Weg gemacht, dazu ein systematisches Programm zu entwerfen und in der Praxis umzusetzen.

Unser Ansatz: Je besser die Bildung, Vernetzung, desto besser gelingt die Integration.

Als erfahrener Sprachkursanbieter bietet die IKB zahlreiche Kurse auf verschiedenen Niveaus für Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch Einheimische an. Das Erlernen der Sprache erleichtert den Alltag und unterstützt die aktive Teilnahme am öffentlichen Leben. Dies ist insbesondere für MigrantInnen wichtig. Deshalb bietet die IKB schwerpunktmäßig Deutschkurse an. Die NeuzuwanderInnen, aber auch alle in Lübeck länger lebenden MigrantInnen, Eingebürgerte und SpätaussiedlerInnen, lernen in Sprachkursen die deutsche Sprache.

Parallelkurse lehren nicht nur die Rechtsordnung, sondern auch die deutsche Geschichte und Kultur. Außerdem werden das Lesen und die Schreibfertigkeiten trainiert, sowie verschiedene Lernmethoden vermittelt.

Neben solide erlernten Grundkenntnissen der deutschen Sprache bereiten diese Kurse auf berufliche Eingliederungsmaßnahmen vor und unterstützen damit die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Aussprache und Rechtschreibung sind weitere Bestandteile der Schulung. Qualifiziertes Lehrpersonal mit langjähriger Erfahrung und Migrationshintergrund sorgen für einen modernen und vielfältigen Unterricht. Die TeilnehmerInnen lernen in interkultureller Atmosphäre von- und miteinander.

Zweck der Arbeit in der Begegnungsstätte als soziokulturelles Zentrum ist die Förderung des friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher sozialer bzw. ethnischer Gruppen. Dieser Zweck wird insbesondere durch folgende Maßnahmen verwirklicht:

  • Durchführung von Veranstaltungen, die das Verständnis für andere Lebensweisen und Kulturen sowie das unmittelbare zwischenmenschliche Kennenlernen fördern
  • Vermittlung von Kontakten und Gesprächsmöglichkeiten zwischen den Gruppen,
  • Organisation praktischer Nachbarschaftshilfen
  • Information und Aufklärung über die gesellschaftliche Lage sozialer und ethnischer Gruppen

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Mehr über uns

Mehr als 42.000 Migrantinnen und Migranten (20,1%) aus über 152 Ländern prägen mit ihrer Kultur, ihrer Religion und Sprache, ihren ästhetischen Vorstellungen und ihren Künstlern das internationale Flair Lübecks, einer Hansestadt im Wandel.

Als engagierte Bürger Lübecks haben sie Vereine gegründet und soziale, kulturelle und religiöse Einrichtungen aufgebaut. Künstler und Intellektuelle vieler Nationalitäten und Kulturen bereichern mit ihren Impulsen das kulturelle Leben dieser Stadt.

In diesem Kontext präsentiert sich die Interkulturelle Begegnungsstätte seit ihrem Bestehen, also seit April 1991, der Lübecker Öffentlichkeit als Bühne der kulturellen Vielfalt und als Forum der Begegnung und des soziokulturellen Dialogs.

Insbesondere nach dem Umzug in das Haus an der Parade 12 im Jahr 2000, sieht das Haus der Kulturen seine Aufgabe darin, Vereinen, Künstlern, Intellektuellen und freien Gruppen eine kulturell und gesellschaftspolitisch offene Plattform für ihre jeweiligen Initiativen zu bieten und mit eigenen Projekten die kulturübergreifende Zusammenarbeit und Verständigung zu fördern.

Das Haus bietet Raum für Podiumsdiskussionen, Informationsveranstaltungen, Ausstellungen, Kurse, Tagungen, Fortbildungsseminare, Länderkundeabende und Integrationskurse. Vereine, freie Gruppen oder Fachleute nutzen die kompetente Beratung und den engagierten Tagungsservice für Veranstaltungen zu kulturellen, historischen, politischen oder pädagogischen Themen im Bereich Migration, internationale Beziehungen und Völkerverständigung.

Es will die verborgenen Schätze der internationalen Künstlerszene heben, den kulturellen Reichtum Lübecks fördern und die Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Kultur oder politischer Auffassung ermöglichen.

Für alle BürgerInnen dieser Stadt, unabhängig von ihrer nationalen Herkunft, bedeutet die Vielfalt an ethnischen, sozialen und ästhetischen Auffassungen eine persönliche Herausforderung, aber auch die Chance der Bereicherung.

Das Haus der Kulturen in Lübeck ist eine interkulturelle Begegnungsstätte, in der Menschen aller Nationalitäten zusammenkommen um in vielfältigen Angeboten einander kennen zu lernen, Vorurteile abzubauen und gesellschaftliches Zusammenleben aktiv zu gestalten. Dieser „Dialog zwischen den Kulturen” bringt die Mehrheitsgesellschaft und die kulturellen Minderheiten einander näher und bildet das Kernstück einer Vision vom friedlichen Zusammenleben aller Völker dieser Erde.

Das Haus der Kulturen versteht sich als „offenes Haus” für Menschen jedweder Herkunft über alle Grenzen, Konfessionen und Weltanschauungen hinweg. Es ist Anlaufstelle für alle, die an einem „Gesprächskreis Deutsch für Migrantinnen und Migranten” teilnehmen, die Migrationssozialberatung in Anspruch nehmen, im spanischen Chor mitsingen oder ihren Kindern die „Zeichen- und Malwerkstatt”, die Hausaufgabenhilfe oder einen Trommel-Workshop nahebringen möchten, sich nach einem Besuch unseres Kultur-Ladens eine Bilderausstellung im Haus ansehen oder auf einem internationalen Musik- und Tanzabend ausgelassen mitfeiern wollen.

Im Jahr 2005 haben wir unsere Angebote erweitert:

  • Im Bildungsbereich haben wir Deutsch- Englisch- Türkisch- Polnisch- und Russisch-Kurse, Lese- und Schreibübungen sowie Hausaufgabenhilfe neu aufgenommen.
  • Im musikalischen Bereich haben wir unser Programm um einen Gitarrenkurs, Trommelkurs und musikalische Improvisationen erweitert.
  • Im Beratungsbereich haben wir 3 x in der Woche Sprechstunde für russisch- und polnischsprachige Menschen eingerichtet.
  • Im Kultur- und Vernetzungsbereich haben wir zusammen mit dem „Stadtteilzentrum Burgtor” und anderen interessierten Einrichtungen eine Gruppe „Arbeitskreis Jugend und Migration” gegründet.
  • Im Jugendbereich haben wir das erste Mal in der schleswig-holsteinischen Geschichte einen interkulturellen Jugendgruppen Leiter-Lehrgang ausgerichtet. Dieses Angebot soll zukünftig erweitert und ausgebaut werden.

Ohne die ehrenamtliche Unterstützung hätten wir diese neuen Ideen nicht durchsetzen können. Unser Dank gilt zahlreichen engagierten Frauen und Männern. Auch viele Deutsche haben Interesse sich in diesem Bereich ehrenamtlich zu engagieren.

Auch für die interkulturelle Bildungsarbeit stehen unsere vielen Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Rat und Tat den Besucherinnen und Besuchern zur Seite. Wir beraten ebenfalls bei Unterrichts- und Projektideen.

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Das Koordinationsbüro

Die inhaltlichen Herangehensweisen und Ebenen der Projektarbeit werden im Koordinationsbüro des Hauses der Kulturen zusammengeführt.

Dabei geht es schwerpunktmäßig um:

  • Konzeption, Organisation und Realisation von Kulturveranstaltungen
  • die Vermittlung von KünstlerInnen und ModeratorInnen
  • Raumvergabe
  • Netzwerkarbeit sowie organisatorische Unterstützung von Einrichtungen und Initiativen
  • Organisation und Kontaktpflege mit ehrenamtlich engagierten Personen

Seit fast 10 Jahren betreiben unsere überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interkulturelle Arbeit in Lübeck. Wir haben uns zu einem der wichtigsten Veranstalter und Berater in der Hansestadt und Schleswig-Holstein entwickelt und bieten ein vielseitiges, hochwertiges und anerkanntes Veranstaltungsprogramm, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung und Anerkennung findet. Es treffen sich bei uns regelmäßig die verschiedensten Gruppen, die anderswo keine Räume finden bzw. "keinen Raum haben". Darüber hinaus stellen wir unser Wissen in Bezug auf Finanzierungsmöglichkeiten oder Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung und ermöglichen dadurch oft erst das Zustandekommen von Veranstaltungen. Im Jahre 2005 waren es mehr als 50 Gruppen, mit denen wir zu unterschiedlichsten Themen zusammengearbeitet haben. In der Auflistung finden sich neben Schulen und kirchlichen Einrichtungen auch viele Gruppen, die keinerlei Organisation im Hintergrund haben. Gerade für diese bietet die IKB die Möglichkeit, Projekte zu realisieren. Aus diesen Veranstaltungen entstehen oft weiterführende Arbeitskreise.

Darüber hinaus tragen wir stark zur Vernetzung von unterschiedlichen Gruppen bei, was nicht nur inhaltliche Vielschichtigkeit mit sich bringt, sondern in Zeiten von Geldknappheit auch bessere Finanzierungsmöglichkeiten bedeutet.

Die vielfältigen Sektoren unserer interkulturellen Arbeit lassen sich nicht allein durch ehrenamtlich Tätige abdecken, sondern benötigen langfristige, personelle und finanzielle Strukturen hauptamtlicher Mitarbeiter.

Soziokulturelle Arbeit, insbesondere interkulturelle Arbeit, ist ein wesentlicher Bestandteil des friedlichen Zusammenlebens der unterschiedlichen nationalen, ethnischen und kulturellen Bevölkerungsgruppen in einer Region. Gerade in Zeiten, in denen verstärkt wirtschaftliche Probleme zu bewältigen sind, leistet sie nicht nur im Bereich der präventiven soziokulturellen Arbeit wertvolle Beiträge, sondern muss auch als wesentlicher Beitrag in Bezug auf den Tourismus und damit der Wirtschaftsförderung begriffen werden.

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Die ehrenamtlichen Mitarbeiter

Wesentliche Grundlage für das Bestehen des Hauses ist nach wie vor die ehrenamtlich geleistete Arbeit. Etwa 25 Menschen sind im Haus der Kulturen im interkulturellen Bereich tätig, leisten kontinuierliche Dienste bei den Veranstaltungen, in der Programmplanung und den Kursen und in vielen anderen Bereichen, die für den Betrieb notwendig sind.

Die Gruppe der Ehrenamtler konstituiert sich als feste Gruppe, die mit einem hauptamtlichen Leiter und Koordinator das Team bilden. Zu ihnen gehören Menschen aller Altersstufen, Berufstätige, StudentInnen, Hausfrauen und RentnerInnen.

Alle MitarbeiterInnen treffen sich regelmäßig zu Ehrenamtsgruppensitzungen, die in der Regel monatlich stattfinden.

Im Jahre 2005 haben wir 5 neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen gewonnen. Interne Schulungen in z.B. Tradition, Landeskunde von Migranten, Fortbildung und Informatiuons Veranstaltungen zum Thema interkulturelle Sensibilisierung, bereiten sie auf die anspruchsvolle Aufgabe vor.

Es bedeutet auch organisatorisch viel Aufwand mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen zu arbeiten. Die Betreuung der Leute und die Einarbeitung kostet viel Zeit. Wir hätten uns gerne eine noch bessere, effektivere Zusammenarbeit gewünscht. Leider war das mit einer ½ Stelle nicht möglich. Sollte die ½ Stelle Migrations- und Sozialberatung wegfallen, wäre Organisation und Zusammenarbeit noch weniger gewährleistet.

Demnach sind wir unbedingt darauf angewiesen, die Arbeit durch eine zweite hauptamtliche Kraft abzusichern. Die Notwendigkeit haben wir schon häufig betont und in den letzten Jahren immer wieder dargelegt. Letztendlich fielen unsere Argumente auf fruchtbaren Boden, so dass es zumindest im Beratungsbereich (Migrationssozialberatung) zu einer Komplementärförderung durch das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Lübeck seit 2001 gekommen ist.

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Medien- u. Öffentlichkeitsarbeit

  • Fremdsprachige Radiosendungen im offenen Kanal – Radio OK Lübeck –

      Um diese zu verbessern, haben wir in 2005 Seminare und Veranstaltungen durchgeführt, sowie parallel mehrsprachige Sendungen mit den muttersprachlichen Sendungen verknüpft.

  • Internationale Stunde Mo. - Fr. 21:00 - 22:00 Uhr
  • Broschüren & Dokumentationen

      a)  „10 Jahre Interkulturelle Arbeit Lübeck”

      b)  „Bruder Sinti, Schwester Roma”  Zur Geschichte der Sinti und Roma im 20. Jahrhundert in Lübeck,
           ein Jahrhundert zwischen Diskriminierung und Verfolgung

     

      c)  „Erster Multikultureller Wegweiser für Lübeck”  In 2005 haben wir diesen Wegweiser, der im Jahr
          1999 gefertigt wurde, digital aktuell ergänzt. Es sollte versucht werden, den „zweiten Multikulturellen     Wegweiser” mit aktueller Selbstdarstellung von Gruppen, Institutionen und Vereinen als Broschüre
          neu zu veröffentlichen.

     

      d)  „Was wäre wenn ... alle Migrantinnen und Migranten Schleswig-Holstein verlassen würden”

     

      e)  „Flüchtlingsleben in Lübeck” auch diese Broschüre haben wir im inhaltlichen Bereich digital aktualisiert

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Soziokulturelle Aktivitäten & Offene Tür

  • Kulturladen
  • Wintergarten im Haus der Kulturen
  • Dokumentations- und Archivraum mit multisprachlichen Broschüren und Zeitschriften
  • Spielabende
  • Infobörse
  • Galerie

Kulturelle Aktivitäten sind aus der Integrations- und interkulturellen Arbeit längst nicht mehr wegzudenken. Bildungsveranstaltungen werden mit Theaterstücken gegen Fremdenfeindlichkeit bereichert, bei Straßen- und anderen Festen werden neben internationalen Speisen (Liebe und Kultur gehen bekanntlich durch den Magen) auch internationale Kultur genossen, Veranstaltungsreihen werden mit Lesungen von Dichterinnen und Dichtern bereichert u.v.a.m.

In diesem Rahmen wurden wir von verschiedenen Stellen als ReferentInnen und Ratgeber eingeladen Ausstellungen und Abende zu organisieren. Darüber hinaus haben wir in Lübeck unter diesem Motto vielfältige Veranstaltungen zur Aufklärung im Sinne der vielschichtigen Gesellschaft, Toleranz und Integration durchgeführt bzw. unsere Aktivitäten hierauf konzentriert.

Wir haben in 2005 die länderspezifischen Veranstaltungen erweitert und viele Kulturveranstaltungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durchgeführt.

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Beratung

Informativ & Aufklärend

  • Öffentlichkeitsarbeit/ Information/ Dokumentation/ Info- und Termintafel
  • Entwicklung und Sammlung praxisorientierter Materialien
  • Themen- und projektbezogene Stellungnahmen/ Präsentationen
  • Abbau von Informationslücken
  • Eröffnung/ Vermittlung neuer Sichtweisen

Vermittelnd & Individuell

  • Sammeln von Vorfällen fremdenfeindlicher Diskriminierung und Erarbeitung von Konfliktlösungsstrategien
  • Abbau von Schwellenängsten
  • Sensibilisierung für und Abbau von Vorurteilen/ Fremdenfeindlichkeit
  • Kulturelle Selbstreflexion

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Arbeit mit EinwandererInnen und mit Deutschen

  • Seminare z.B. zum Thema „Fremdenfeindlichkeit und Migration”
  • Projekttage -wochen mit Schulen und ähnlichen Einrichtungen
  • Vorträge/ Seminare an Med. Uni/ FHS/ MHS z.B. Migration und Gesundheit
  • Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen
  • Veröffentlichungen
  • Sprachkurse in den Einwanderersprachen Türkisch, Italienisch, Griechisch
  • Stammtische z.B. Polnisch, Türkisch, Russisch u.v.a..
  • Collagen – Märchen – Geschichten – Erzählungen
  • Workshops Basteln, Malen, Kochen usw.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des „Hauses der Kulturen” ist die Bildungsarbeit, die sich an der konkreten Lebenssituation des Einzelnen orientiert. In Sprachkursen und Gesprächskreisen wird kreativ, spielerisch und mit Freude die deutsche Sprache gelernt. Neuartig ist unser Konzept des Lehrbuches, keine trockene Grammatik-Fibel, sondern ein Lehrbuch, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz individuell für sich mit ihren eigenen Sprachkenntnissen fortschreiben.

Es gibt Kurse für AnfängerInnen, Fortgeschrittene und reine Gesprächskreise, wo sich Männer und Frauen, Jungen und Mädchen regelmäßig treffen, um über aktuelle Themen (auf Deutsch) zu sprechen. Kindern und Jugendlichen steht zudem dreimal wöchentlich eine Hausaufgabenhilfe kostenlos zur Verfügung. Im Jahre 2005 haben wir in diesem Bereich unsere Kontakte mit vielen Einrichtungen und Gruppen erweitert.

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Projektvorstellung
Sprache als soziale Handlungskompetenz - Deutsch für uns -

Das Projekt Sprache als soziale Handlungskompetenz – Deutsch für uns – ist im Gesamtangebot der IKB fest verankert. Dabei werden immer von Montag bis Freitag für jeweils sechs Stunden Sprach- bzw. Deutschkurse in drei Stufen angeboten: für Anfänger, Fortgeschrittene und als reiner Kommunikationstreff. Das von ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrern betreute Projekt soll die vorhandenen Sprachkenntnisse vertiefen und erweitern.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Sprachunterricht verfolgt das Projekt eine neu ausgerichtete inhaltlich-methodische Strategie. Kernstück des Unterrichts bildet dabei die aktive und gemeinschaftliche Unterrichtsgestaltung durch Lehrkraft und Lernende. Nach einigen Anfangsimpulsen übernimmt immer mehr die Gruppe den Unterrichtsverlauf, der von der Lehrkraft kompetent mit Hilfestellungen unterstützt wird. Beispielsweise werden in Rollenspielen Alltagssituationen der Migrantinnen und Migranten beim Einkauf, in der Behörde, beim Arzt etc. nachempfunden. Hören und Sprechen, Schreiben und „Sehen” der deutschen Sprache, gekoppelt mit spielerischen und gestalterischen Elementen verknüpfen sich zu einem besonderen, ganzheitlichen Lernerlebnis.

Dieses kreative Aneignen von Sprachkompetenz wird darüber hinaus durch das Lehrbuch mit dem Projekt-Titel „Sprache als soziale Kompetenz – Deutsch für uns” gefördert. Im Laufe der Unterrichtseinheiten schreiben die Lernenden das „halbfertige” Buch fort und erweitern es ständig. Intuition, Gedanken, Kreativität und Fantasie lassen somit ganz individuelle „Bücher vom Lernen” entstehen, die mit den Sprachfähigkeiten in der Gruppe kontinuierlich wachsen. Abgerundet wird das Sprachlern-Projekt durch gemeinschaftliche Aktivitäten außerhalb des Unterrichts, wie z.B. der Besuch von Ausstellungen oder Musikabenden sowie gemeinsamen Festivitäten im Jahresverlauf.

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Kultur

Soziokulturelle Aktivitäten sowie Kulturelle Angebote & Veranstaltungsarten

Auch in diesem Bereich haben wir im Jahr 2005 neue Projekte entwickelt und umgesetzt.

  • Lesungen
  • Nationalitätenabende
  • Patenschaftsveranstaltungen
  • Theater (z.B. Schattentheater)
  • Internationale Feste/ Treffs
  • Dia- und Filmabende
  • Frühlingsfeste
  • Ausstellungen
  • Diskussionen
  • Tanz, Musik (Anatolische-Folklore )

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Projekte

Wir haben im Jahr 2005 die mit anderen Kooperations-PartnerInnen seit Jahren durchgeführten Veranstaltungsreihen inhaltlich gefestigt und diese auch im kritischen Dialog mit anderen traditonellen Kultureinrichtungen, wie Stadt-Theater, Städt. Bibliotheken u.a. erweitert.

  • Interkulturelle Wochen
  • „Freundschaft” Kulturtage
  • Beteiligung an den Ferienpassaktivitäten und der Veranstaltungsreihe "Zeit des Erinnerns für die Zukunft"
  • AK Internationale Stunde – Radio OK Lübeck –
  • AK Forschung und Dokumentation (u.a. Einwanderung nach Lübeck und Flüchtlingsleben in Lübeck)
  • Projektgruppe Wintergarten

So bunt wie die BesucherInnen unseres Hauses sind auch die kulturellen Veranstaltungen, die in der interkulturellen Begegnungsstätte stattfinden. Literarische, musische und künstlerische Aktivitäten aus der ganzen Welt sind bei uns zu Hause, sei es in regelmäßigen Gruppen (z.B. Kinder- und spanischer Chor, internationales Orchester), an Musik- und Tanzabenden, bei Lesungen, Ausstellungen oder mit anderen Initiativen und Verbänden organisierten Projekten, wie z.B. den „antirassistischen Kulturtagen”.

Die Kulturveranstaltungen und Festivitäten im Haus der Kulturen lassen die Vielfalt, Ästhetik und Gemeinsamkeiten der Völker lebendig werden.

Veranstaltungsräumlichkeiten, inklusive Wintergarten, stehen auch dem kulturellen Programm den Gruppen, Initiativen, Vereinen u.a. zur Verfügung.

Der Wintergarten und die Terrasse bieten Entspannung, Austausch und Kommunikation.

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Netzwerkarbeit

Die Interkulturelle Begegnungsstätte ist eine Institution, die sich derzeit aus 15 Vereinen, Einrichtungen und Initiativen, die in der Migrationsarbeit tätig sind, zusammensetzt. Über 200 Partnergruppen allein in Schleswig-Holstein und viele bundesweite Kontakte haben ein Netzwerk für interkulturelle Arbeit entstehen lassen.

Wir arbeiten unter anderem in folgenden Netzwerk-Projekten mit:
landesweite Vernetzung von Migrationseinrichtungen
Vernetzung der Religionsgemeinschaften in Lübeck (Initiative Miteinander, Interreligiöse Andacht u.a.)
Arbeitskreis „Interkulturelle Zusammenarbeit in Lübeck”.

Wirkungsebene

  • Unterschiedliche Bevölkerungs- Berufsgruppen aller Altersstufen
  • MultiplikatorenInnen, Vereinsangehörige, Ehrenamtlich Tätige, Personen des öffentlichen Lebens
  • BesucherInnen von Kursen und kulturellen Veranstaltungen

Für seine Tätigkeiten erhielt das „Haus der Kulturen” einige Auszeichnungen und Anerkennung.

  • Das Haus der Kulturen wurde als Interkulturelle Begegnungsstätte unter der Schirmherrschaft der damaligen Ministerpräsidentin von ihr eröffnet und als Pilotprojekt für Schleswig-Holstein eingestuft. Diesen hervorgehobenen Status hat auch die UNESCO (Deutsche UNESCO-Kommission) durch die Verleihung des Logos „Vereinte Nationen - Jahr des Dialoges der Kulturen” 2001 unterstrichen.
  • Im September 2002 verleiht Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass dem Haus der Kulturen im Rahmen der Otto-Pankok-Preisverleihung eine Auszeichnung für „…vorbildliche Aufklärungsarbeit”.
  • Der Förderpreis „Eine Welt 2002” der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche geht im Februar 2002 an das Haus der Kulturen. Mit der Verleihung wird das entwicklungs-, umwelt- und sozialpolitische Engagement unseres Hauses besonders gewürdigt.
  • Nach den Brandanschlägen von Mölln 1994 eröffnen wir einen Naherholungsraum, den sogenannten „BAOBAB-Park für Völkerfreundschaft und Solidarität” (Fleischauer- Ecke Kanalstr.) in Kooperation mit der Hansestadt Lübeck.
  • Kooperationen mit der Heinrich Böll Stiftung S-H "Bildungswerk anderes lernen" und anderen Bildungseinrichtungen, Steuerungsgruppe Migrationssozialberatung der Hansestadt Lübeck, Fachdiensten, Jugend-Häusern, Gewerkschaften, Migrationsverbänden (Initiativen & Vereinen), Menschenrechtsorganisationen.

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Das „Haus der Kulturen” als Symbol

Ein Symbol, das für Aufarbeitung und Gemeinsamkeit, aber auch für Mahnung und Erinnerung steht.

Mölln und Solingen, Halle und Magdeburg haben gezeigt, dass Ereignisse wie in Lübeck (Anschläge auf die Lübecker Synagoge, Kirchen, Flüchtlingsheim u.a.) immer noch und immer wieder geschehen können. Siehe ganz aktuell den Mord an der Polizistin in Heilbronn und die "Dönerbuden-Morde"

Deshalb soll die Interkulturelle Begegnungsstätte „Haus der Kulturen” als regionales Zentrum mit vielen Aktivitäten gegen Antisemitismus, Fremdenhass und Fremdenfeindlichkeit zeigen, dass Lübeck nach den Brandnächten anders geworden ist und neue Formen des Zusammenlebens finden will. Die Interkulturelle Begegnungsstätte „Haus der Kulturen” steht als Symbol dafür, dass eine multikulturelle Gesellschaft ohne Hass und Angst geschaffen werden kann.

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Migrationssozialberatung

Die interkulturelle Begegnungsstätte „Haus der Kulturen” bietet regelmäßig als feste Institution Sozialberatung für Migrantinnen und Migranten und deren deutsche Angehörige an. Informationen und Aufklärungsarbeit weisen dabei einen Weg durch das deutsche Behörden- und Wertesystem, stärken den Einzelnen auf rechtlicher, politischer und sozialer Ebene und ermöglichen so die spannungsfreie Integration in die Aufnahmegesellschaft. Bei konkreten Problemen stehen in den Gesprächen die Hilfe zur Selbsthilfe sowie die Vermittlung von Handlungskompetenz im Mittelpunkt.

Wir bieten keine fertigen Lösungsansätze an, sondern entwickeln mit der Klientel zusammen einen Fahrplan, der eigenverantwortlich Schritt für Schritt umgesetzt werden kannn. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit an den anderen Angeboten unseres Hauses teilzunehmen. Nach einer sog. Erstberatung konnte etwa einem Fünftel des Klientels ein Platz in einem unserer Sprachkurse vermittelt werden. Wir verstehen Sprachkompetenz zugleich als Handlungskompetenz. Diese Sprachkurse (Gesprächskreise) sind so konzipiert, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur Sprache erlernen, sondern auch die Möglichkeit finden soziale Kontakte zu knüpfen, die ihnen zunächst wegen der "Sprachlosigkeit" verwehrt sind bzw. sich auf Angehörige in der Mutterprache beschränken.

Das Beratungsangebot wurde und wird durch fernmündliche und persönliche Anfragen und Besuche in Anspruch genommen und findet in den Räumlichkeiten des „Haus der Kulturen” statt. Das Haus der Kulturen, das sich zentral in der Hansestadt Lübeck befindet, ist von den anderen Stadtteilen aus gut erreichbar. Neben zwei separaten Büroräumen im Obergeschoss stehen dem Klientel 3 Wartezonen zur Verfügung (Wintergarten und Diele im Eingangsbereich; Galerie im Obergeschoss). Das Haus der Kulturen ist im Erdgeschoss barrierefrei konzipiert. Rollstuhlfahrer können das Haus über die Terrasse (Domkirchhof) erreichen. Nach Erreichen des Wintergartens führt eine Rampe in die Diele und in den Veranstaltungsraum. Im Wintergarten befindet sich eine Toilette für behinderte Menschen. Beratung wird bei Unmöglichkeit des Erreichens des Obergeschosses im Erdgeschoss durchgeführt und bei Bedarf auf Wunsch außerhalb der Kernzeiten angeboten.

Einer der wesentlichen Grundsätze unseres Beratungsangebotes ist die ganzheitliche Wahrnehmung der Interessen und Probleme unseres Klientels. Dies geschieht durch Kombination von Bildungs- und Freizeitangeboten. Dadurch unterscheidet sich das Haus der Kulturen im Wesentlichen von den reinen „klassischen Beratungsangeboten”. Die Arbeit des „Haus der Kulturen” orientiert sich an:

  • Beratung von MigrantInnen bei sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Problemen
  • individuelle Beratung für Flüchtlinge (u.a. in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Vereinen, Beratungsstellen)
  • Motivation von Gruppen und Vereinen, sich am gesellschaftlichen Leben in der Kommune aktiv zu beteiligen
  • MigrantInnen die Möglichkeiten zu geben, die Vielfalt kultureller Lebensweisen darzustellen und weiterentwickeln zu können
  • Vernetzung und Unterstützung der Vereine von MigrantInnen, binationaler Vereine
  • Vermittlung von Handlungskompetenzen um unser wichtigstes Ziel „Hilfe zur Selbsthilfe” umzusetzen
  • Gesprächskreisen - Vermittlung von Sprachkompetenz, die den Ausgangspunkt für die gesellschaftliche Integration bildet
  • Durchführung von Veranstaltungen, die das Verständnis für andere Lebensweisen und Kulturen, sowie das unmittelbare zwischenmenschliche kennenlernen fördern
  • Organisation praktischer Nachbarschaftshilfen
  • Information und Aufklärung über die gesellschaftliche Situation sozialer und ethnischer Gruppen
  • Interkultureller Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Das Beratungsangebot ist „nationalitätenübergreifend” und umfasst, w.o. erwähnt, die „ Problembereiche” die in der „Statistik der Migrationssozialberatung in der Hansestadt Lübeck” aufgeführt sind.

Schwerpunkte sind jedoch:

  • Integrationsmaßnahmen
  • Aufenthaltsrecht
  • Arbeitsrecht -platz
  • Arbeitslosigkeit ALG/ ALHI/ Hartz IV
  • Rentenversicherung
  • Erkrankung/ Krankenversicherung
  • Diskriminierungen
  • Staatsangehörigkeitsrecht/ Einbürgerung

Unser Ziel ist jedoch, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, damit Migrantinnen und Migranten in die Lage versetzt werden ihre Probleme selbständig zu lösen. Die Kombination des Beratungsangebots mit anderen Aktivitäten unserer Einrichtung ermöglicht uns, diesem Ziel näher zu kommen. Gesprächskreise, Veranstaltungen und Begegnungen mit anderen Migrantinnen und Migranten sind in diesem Sinne wichtige Instrumente, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmer Sachkenntnisse vermitteln und deren Durchsetzungsvermögen stärken.

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